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Selten bekommt man ein wissenschaftliches Buch in die Hand, das einen derartigen Neuigkeitswert hat und den Leser in einer Weise in seinen Bann zieht wie dieser Band über Edith Jacobson. Bisher wußten wir nahezu nichts über diese eminente Psychoanalytikerin, eine der ganz Großen des 20. Jahrhunderts. Bekannt sind ihre Monographien über Das Selbst und die Welt der Objekte und Depression. Eine vergleichende Untersuchung normaler, neurotischer und psychotisch-depressiver Zustände , beides Standardwerke. Bekannt ist sie darüber hinaus durch ihren Mut, mit dem sie der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 trotzte, in Berlin blieb, in den Widerstand ging, verhaftet und verurteilt wurde, auf wunderbare Weise aus der Haft fliehen und in New York ein neues Leben beginnen konnte. Bekannt ist vielleicht auch noch, daß sie dem Kreis um Reich und Fenichel angehörte, für die Emanzipation der Frau eintrat und an dem Projekt einer gesellschaftskritischen Psychoanalyse mitarbeitete,