You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Bei dem Versuch, die selbstgestellte Aufgabe zu realisieren, mußte ich wiederholt an eine Szene denken, die eine Patientin am Ende einer Behandlungsstunde gestaltet hatte. Die Patientin sagte zu mir anstelle des Abschiedsgrußes mit ruhiger Stimme: »Ich weiß, Sie sind ein böser Geist. Sie werden nicht ruhen, bis Sie mich vernichtet haben.« Ihr Gesicht war blaß, mit einem undeutbaren leichten Lächeln. Ich war verstört durch die enorme Feindseligkeit ihrer Worte, auch zurückgestoßen durch ihre ungeheuerliche Behauptung und wußte nicht, was tun. Ich hätte auf die Hände blicken sollen. Ich zog meine Hand, die sie während ihrer Rede behalten hatte, einen winzigen Moment früher zurück als sie die ihre. Es war ein Akt der Trennung, eine Reaktion nur auf ihre Rede. Erst in der nächsten Stunde konnte ich ihr sagen, was mir gleich nach der Stunde klar geworden war und worüber ich - nach dem momentanen Zusammenbruch aller therapeutischen Hoffnung - hochzufrieden war. Sie hatte unter dem Schutz ihrer Vernichtungsbehauptung mit ihrer Hand zum ersten Mal ihre Zuneigung, ihre Anerkennung