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»Sie werden jetzt denken, ich will etwas Beleidigendes sagen, aber ich habe wirklich nicht diese Absicht. […] Sie fragen, wer diese Person im Traum sein kann. Die Mutter ist es nicht.« (Freud 1925 h, 11) - mit diesen Patientenauskünften beginnt Freud seine kleine, nur wenige Seiten umfassende, aber überaus gehaltvolle Abhandlung Die Verneinung aus dem Jahr 1925. Sie beginnt schlicht, diese Arbeit, auf der ersten Seite »maskiert« sie sich im Genre eines behandlungstechnischen Manuals mit allerlei Merksätzen und Faustregeln, doch schon nach dem ersten Umblättern weicht das Behäbig-Formelhafte, und Freuds Duktus schwingt sich in die lichten Höhen der psychoanalytischen Metapsychologie, die sich ihrerseits aufmacht, die abgründigen Tiefen unserer psychischen Existenz auszuloten. Der Feinmechanik und innersten Funktionsweise des Unbewußten dicht auf den Fersen, folgt Freud den Fährten, die das Offensichtliche am Verborgenen, das Symptom nämlich, auslegt. Das Symptom, dem er hier folgt, ist die Sprache selbst, genauer: es ist eng mit der logischen Struktur der Sprache verwoben. »Die Mutter ist es nicht«, sagt der Patient, und Freud »berichtigt«, mit fast apodiktischem Zungenschlag: »Also ist es die Mutter« (1925 h). Seine Korrektur des Gesagten bezieht sich nicht auf eine Fehlleistung, hier liegt kein Versprecher, kein lapsus linguae vor; Freud korrigiert - oder genauer: er »übersetzt« - eine