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Obwohl Freud zeit seines Lebens eher pessimistisch gegenüber der Behandlung von Psychosen war, entwickelte er grundlegende psychoanalytische Konzepte durch die Therapie und theoretische Beschäftigung mit psychotischen Patienten. Denn ein charakteristisches Merkmal der Forschungsmethode Freuds liegt darin, daß er zur Erforschung der Funktionsweisen des menschlichen Seelenlebens und zur Extrapolierung seiner klinischen und theoretischen Überlegungen in seinem gesamten Werk sowohl auf normalpsychologische wie auf psychopathologische und hier besonders auf psychotische Prozesse zurückgreift (Freud 1914 c, 148; 1915 e, 286, 294). So werden etwa die Theorien über den Traum, den Narzißmus, die Hypochondrie, das Über-Ich und Ich-Ideal, das Unbewußte, die Prinzipien des seelischen Geschehens oder die Ich-Spaltung unter Rückgriff auf die psychotischen Phänomene erhellt. Im Verlauf dieser Arbeit entstand gleichsam als Nebenergebnis eine Reihe von unterschiedlichen Modellen über die Psychosen.
Die Anfänge von Freuds Beschäftigung mit den Psychosen datieren in die 1890er Jahre. Dort formuliert Freud: