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In den aktuellen Auseinandersetzungen um den Status und die Folgen neuerer Erkenntnisse der Hirnforschung geht es immer wieder auch um die Psychoanalyse und um die einzigartige Herausforderung, die der explosionsartige Wissenszuwachs in der neurobiologischen Grundlagenforschung für die Psychoanalyse als Wissenschaft und als Therapie bedeutet. Prominente deutsche Neurowissenschaftler sehen zwar durch die Befunde der empirischen neurowissenschaftlichen Forschung wesentliche Bestandteile der Freudschen Theorie, wie die ontogenetisch frühe Entwicklung und die unbewußten Wirkungsmechanismen der psychischen Grundstrukturen, bestätigt, argumentieren aber mit einem strengen naturalistischen Determinismus, demzufolge unsere Entscheidungen und Handlungen durch neurologische Prozesse kausal vollständig vorherbestimmt sind, gegen Spielräume der Freiheit und Chancen der Entwicklung, die Psychoanalytiker als Grundlage der psychoanalytischen Therapie betrachten - und inzwischen auf dem aktuellen Stand der Forschung im Rahmen der psychoanalytischen Anthropologie und Krankheitslehre sowohl theoretisch begründen als auch auf der Basis der Ergebnisse der psychoanalytischen Prozeßforschung empirisch nachweisen können. Wie zuvor die Philosophie (vgl. Bieri 2001, Habermas 2004, Searle 2004, Walter 1998)