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Sándor Radó wurde 1890 in Ungarn geboren. Nachdem er zuerst in Budapest und Berlin Jura studiert hatte, beschloß er nach der Lektüre einer Schrift seines Landsmannes Sándor Ferenczi, zu Medizin und Psychoanalyse zu wechseln. Er wurde früh zu einem wichtigen Vertreter der Psychoanalyse, gehörte bald dem engeren Kreis um Ferenczi an und wurde 1913 im Alter von 23 Jahren Gründungsmitglied und Sekretär der Ungarischen Psychoanalytischen Vereinigung. 1922 ging er nach Berlin, um sich dem dortigen Institut anzuschließen und eine Analyse bei Karl Abraham zu machen. Am Berliner Psychoanalytischen Institut stieg er rasch zu einem wichtigen Mitglied des Lehrkörpers auf; unter seinen Analysanden waren unter anderen Heinz Hartmann, Otto Fenichel und Wilhelm Reich, unter seinen Supervisanden Rudolph Loewenstein und Franz Alexander, die ihn beide als geistvoll und einflußreich in Erinnerung behielten. In Berlin wurde er zu einem derart geschätzten Mitarbeiter, daß Freud ihn ersuchte, anstelle