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Als Dionysos mit seinen Satyrn und Bacchantinnen durch Phrygien zog, blieb nach einer Rast der alte Seilenos, Mentor und Lehrer von Dionysos, vom Weinrausch benommen, schlafend zurück. Er wurde gefangengenommen und zu Midas gebracht. Dieser nahm ihn wohlwollend auf und ließ ihn zu Dionysos zurückbringen. Zum Dank gewährte ihm Dionysos die Erfüllung eines Wunsches. Midas, der den Luxus liebte, wünschte sich, daß sich alles, was er berühre, in pures Gold verwandeln solle. Zunächst war er völlig begeistert von seiner neuen Fähigkeit, denn es verwandelte sich wirklich alles in glänzendes Gold. Aber als er abends ein Fest feiern wollte und hungrig geworden war, erwies sich seine neue Fähigkeit als Fluch; denn durch die Berührung verwandelte sich jegliche Nahrung in pures Gold, ungeeignet den Heißhunger zu stillen. Nun wurde ihm klar, welch' schreckliche Gabe er sich gewünscht hatte. »Mitten in Fülle verbleibt sein Hunger« (Ovid 1990, 269). Er verwünschte seine Torheit, denn ein entsetzlicher Tod war ihm gewiß. Voller Verzweiflung schlug sich Midas mit der Faust gegen die Stirn, da erstrahlte auch sein Antlitz in purem Gold. Von Angst