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Lernen erzeugt ein unvermeidliches Spannungsverhältnis zwischen dem, was wir schon wußten oder zu wissen meinten, und dem, was wir an Neuem erfahren. In der Psychoanalyse gilt das für Lernende ebenso wie für versierte Praktiker und jene, die unsere Disziplin weiter voranzubringen suchen. Ich möchte mich hier mit dem Problem befassen, das durch Verlernen der Psychoanalyse für das Erlernen entsteht; dabei geht es nicht nur um die Tatsache, daß man im Zuge des Lernens immer wieder verlernen muß, sondern auch um die Gefahr, daß man zuviel verlernt.1
Gestatten Sie mir, mit einer Bemerkung des zeitgenössischen Romanciers John Updike zu beginnen; er besprach 2007 eine in der New Yorker »Neuen Galerie« gezeigte Ausstellung und schrieb dabei über die Malerei Gustav Klimts:
in einem schwach erleuchteten Raum hängen Klimts Zeichnungen, die bis in seine Studienzeit zurückreichen […]. Sie offenbaren sein sorgsam gehütetes Geheimnis: Er war ein exzellenter Zeichner im akademischen Stil, den er bis ins schwierigste Detail beherrschte. Um ein moderner Maler zu werden, mußte er vieles verlernen.