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Die in diesem Band versammelten psychoanalytischen Studien zur Perversion bewegen sich in einem klinisch wie kulturell spannungsreichen Feld. Bestand Freuds Leistung darin, entgegen der moralischen Entwertung, gesellschaftlichen Ausgrenzung und heimlichen Blüte der sexuellen Perversionen ihre Wurzeln in der ganz normalen psychosexuellen Entwicklung nüchtern anzuerkennen, geht es gegenwärtig um eine andere Herausforderung: Wie läßt sich angesichts der Omnipräsenz medial inszenierter perverser Zurschaustellung und Dauererregung der analytische Raum behaupten, in dem die besondere Eigenart des sich so gestaltenden Leids in seinen unbewußten Dimensionen aufgenommen, gedacht, gedeutet werden kann? Der Druck auf die analytische Haltung kommt jedoch nicht nur von außen, sondern die Behandlung von Perversionen verstrickt den Analytiker unvermeidlich in schwer erträgliche Übertragungs-Gegenübertragungs-Dynamiken. Der Komplexität dieses Spannungsfeldes, wie es sich in der klinischen Situation zeigt, hat das Jahrbuch der Psychoanalyse bereits vor einigen Jahren einen Themenschwerpunkt gewidmet (Band 46, : Perverse Elemente in der Übertragung). Die große Resonanz, die dieser Band gefunden hat, zeigt etwas von der Suche, dem Bedarf nach hilfreichen klinischen Konzeptualisierungen, nach angemessener theoretischer Fassung und gangbaren behandlungstechnischen Wegen. Daher legen wir nun abermals eine Reihe klinischer und theoretischer Arbeiten vor, die sich dem Gebiet der Perversion zuwenden. Wir danken Susanne Kitlitschko und Friedemann Pfäfflin für Anregung und Kommentar zur Konzeption dieses Bandes.
Eröffnet wird der Band von der nunmehr dreißig Jahre alten, klassisch zu nennenden Arbeit Mervin Glassers, die hier erstmals in deutscher Übersetzung vorgelegt und von der Übersetzerin, Susanne Kitlitschko, einleitend kommentiert