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Eine auch nur annähernd einheitliche und konsensfähige inhaltliche Definition von Perversion gibt es nicht. Umgangssprachlich werden der Terminus und das dazu gehörige Adjektiv pervers vorwiegend als auf beliebige Personen und Themen pejorativ anwendbare Invektiven verwendet und in jüngster Zeit gelegentlich auch in paradoxer Verwendung als Anerkennung. Der folgende Beitrag setzt sich erstens mit dem vielfachen Bedeutungswandel von Perversion auseinander, diskutiert zweitens alternative Termini, die seinen Gebrauch ersetzen sollten oder sollen, fokussiert drittens psychoanalytische Konzepte, in denen das Wort Perversion als terminus technicus verwendet wird. Unter diesen Konzepten wird insbesondere jenes von Arnold Goldberg hervorgehoben, das bisher im deutschen Schrifttum wenig aufgegriffen wurde.
Das Wort pervers ist lateinischen Ursprungs und bezeichnete zunächst ein lokales Aus-dem-Lot-geraten-Sein bzw. eine lokale Ver-rücktheit (oculi perversi = verdrehte Augen bzw. schielen), dann auch Verstöße gegen naturrechtliche Normen (bellum poscunt perverso numine = sie zettelten einen ungerechten Krieg an, Vergil) (naturrechtliches Perversionskonstrukt). Erstmals bei Marquis Donatien