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Für Jean Laplanche
Wer beginnt, sich mit der Perversion auseinanderzusetzen, kann leicht am vielfachen Gebrauch des Begriffes in verschiedensten Kontexten irre werden und sich im Gestrüpp der diversen psychoanalytischen Ansätze und Theorien verlieren. Kein genus proximum und keine differentia specifica, nach Aristoteles die beiden Pole jeder Begriffsbildung und zugleich die beiden grundlegenden Operationen menschlichen Denkens (was ist die Perversion und was ist sie nicht), sind zur Orientierung in greifbarer Nähe, und nur die größten Wissenschaftsoptimisten unter den Psychoanalytikern mögen von einer progredienten Aneignung bzw. Klärung des Begriffes innerhalb dieser Disziplin sprechen. Daß Wissenschaftler anderer Couleur zu diesen Optimisten nicht zählen, läßt sich daran ablesen, daß die Perversion - genau wie die Hysterie - aus den einschlägigen Manuals zur Klassifizierung psychischer Erkrankungen eliminiert wurde (vgl. dazu kritisch Reiche 2005 sowie Berner 2005).
Da ich mich weder zur ersten noch zur zweiten Gruppe zähle, soll es im folgenden weder um die Entwicklung des psychoanalytischen Perversionsbegriffs noch um seine Konfrontation mit anderen Ansätzen, z. B. sexualwissenschaftlicher