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12. XI. 13.
WIEN IX., BERGGASSE 19
PROF. DR. FREUD
Sehr geehrter Herr Doktor
Meinen herzlichen Dank dafür, daß Sie mich mit einem Andenken an Ihren Vater beschenkt haben, während ich nur um einen literarischen Nachweis bat. In der kleinen Schrift habe ich nichts Überwundenes vorgefunden, vielmehr einen Hinweis auf eine Analogie, die ich für zutreffend halte, und die mich gerade in den letzten Jahren beschäftigt hat.
Ich bitte Sie, die vierte Auflage der »Traumdeutung« auf keinen Fall zu kaufen - eine vielleicht überflüssige Vermahnung, sondern sie von mir erwarten zu wollen, wenn sie erschienen ist.
Ihr in Hochachtung ergebener
Freud
Noch als Student lernte Freud den damals schon berühmten klassischen Philologen an der Wiener Universität Theodor Gomperz () kennen. Dieser stammte aus einer begüterten jüdischen Familie in Brünn und war verwandtschaftlich vielfältig mit den großbürgerlichen, wohlhabenden und einflußreichen Wiener Familien der von Wertheimstein, Auspitz, Todesco und Lieben verbunden.