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Die Institutionalisierung der Psychoanalyse in Spanien im Rahmen der IPA fand erst in den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts statt. Dieser im Vergleich relativ späte Zeitpunkt verdeckt die lebendige und frühe Rezeption der Freudschen Lehre in Spanien: Denn noch bevor im Jahr der Spanische Bürgerkrieg ausbrach und das nachfolgende Francoregime eine harsche Zäsur setzte, hatte die Psychoanalyse dank des immensen interdisziplinären Austauschs bereits in viele Wissenssparten Eingang gefunden. Dabei charakterisieren zwei Besonderheiten das Interesse für die neue Theorie: zum einen war sie Teil eines regelrechten Wissensimports nach Spanien, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Gang gesetzt wurde. Er war Folge der Bemühung, das Geistesleben mit modernen Theorien aus den als fortschrittlicher empfundenen europäischen Ländern anzureichern. Auffällig ist zum anderen, daß das in vielen Ländern in Medizinerkreisen zu beobachtende Interesse für die Theorien Freuds im Spanien der 20er-Jahre noch von dem aus Literaten- und Künstlerkreisen übertroffen wurde. Vor allem im Madrider Intellektuellenzentrum, der Residencia de Estudiantes, fand eine rasche Verbreitung der Theorien Freuds statt, weil hier Künstler, Literaten und Vertreter unterschiedlicher Wissensgebiete zusammenkamen und sich austauschten. Das große Interesse für die Psychoanalyse, das in der mit der Residencia de Estudiantes verknüpften Dichter- und Künstlergeneration von entstand, speist sich