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In »Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten« verwendet Freud erstmals den Begriff »Wiederholungszwang«, in Jenseits des Lustprinzips den des »Todestriebs« - die zwei Titelbegriffe unseres Schwerpunktthemas für den vorliegenden Band. Seither wurden diese Konzepte unterschiedlich interpretiert und weiterentwickelt, letzterer dabei nicht selten für überflüssig (u. a. auch von Scheunert, s. Jahrb. Psychoanal. 61), problematisch oder gar schädlich erklärt -und dennoch immer wieder aufgegriffen. Wir wollen mit diesem Jahrbuch der Psychoanalyse verschiedene Aspekte der aktuellen Diskussion vorstellen.
»Das Hauptmittel aber, den Wiederholungszwang des Patienten zu bändigen […], liegt in der Handhabung der Übertragung« (Freud , 134). Das klinische Phänomen, das Freud hier mit »Wiederholungszwang« tituliert, dürfte unter Psychoanalytikern weitgehend unbestritten sein und die meisten würden wohl auch der allgemeinen Beschreibung zustimmen, daß im Umgang mit der Übertragung der Schlüssel zur Therapie liege. Die Differenzen beginnen, wenn wir uns seiner Konzeptualisierung im einzelnen zuwenden. Helmut Hinz legt in seinem Beitrag »Konstruktion und Wiederholungszwang« eine Untersuchung vor, die sich vorrangig auf die Prozesse in der analytischen Situation bezieht -»vor Wissen und faktischer Wahrheit«. Von Freuds Überlegungen ausgehend entwickelt er, u. a. auf zentralen Arbeiten Wolfgang Lochs aufbauend, seine konstruktivistische Sicht und expliziert anschließend an einem kasuistischen Beispiel, was dieser Ansatz in der Praxis bedeutet.
Finden wir also auf der einen Seite des weitgefächerten Spektrums das Studium der Mikrobewegungen in der analytischen Situation mit dem Patienten, so springen wir mit dem nächsten Beitrag sozusagen ans andere Ende, nämlich zu Überlegungen hinsichtlich der menschheitsgeschichtlichen Entwicklung.