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Der traumatische Wiederholungszwang ist ein erstrangiger Nervenzerrütter. Er setzt aber nicht nur Individuen unerträglichem Leiden aus, sondern auch die psychoanalytische Theorie unter Druck. Freud hat lange gebraucht, bis er sich den Sonderstatus dieses Phänomens überhaupt eingestand. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs, unter dem Eindruck der vielen Kriegstraumatisierten, konnte er daran nicht mehr vorbeisehen - und merkte sehr wohl, daß damit auch die zentrale These seiner Traumdeutung wackelte: »Der Traum ist eine Wunscherfüllung« (Freud 1900a, 127). Welche Wünsche erfüllen sich denn Menschen, die im Schützengraben, bei einem Eisenbahnzusammenstoß oder sonst einem Unfall einen Schock erlitten hatten und Nacht für Nacht im Traum immer wieder in die Situation des Schocks zurückversetzt werden? Wünschen sie lediglich, eine unbewußt gefühlte Schuld abzubüßen? Bestrafen sie sich etwa für unerledigt bohrende, ihnen selbst zutiefst peinliche erotische Regungen, wie Freud es bei