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Sobald Veränderungen der menschlichen Subjektivität im Verhältnis zur technischen Entwicklung und dem damit einhergehenden sozialen Wandel (Modernisierung) betrachtet werden, beginnt das Begriffspaar Aufmerksamkeit und Zerstreuung eine zentrale Rolle zu spielen. Nicht erst die »Paläste der Zerstreuung«, wie Siegfried Kracauer die Kinos nannte, geschweige denn das spätere Fernsehen, sondern bereits frühe optische Massenmedien des 19. Jahrhunderts wie Diorama und Panorama warfen Fragen nach veränderten Wahrnehmungsstrukturen auf und trugen so dazu bei, daß sich Zerstreuung als »epistemisches Objekt« herausbilden konnte (Löffler 2010). Bekannt für ihre medienkritischen Analysen in den ersten Dekaden des zwanzigsten Jahrhunderts sind Siegfried Kracauer (1926) und Walter Benjamin (1939), aber auch der amerikanische Soziologe der Nachkriegszeit David Riesman (1956) thematisierte bereits Reizüberflutung und »Außengeleitetheit« der Subjekte. Die mit der Modernisierung einhergehende »gewaltige soziale Krise der subjektiven Desintegration« wurde immer wieder als Verfall oder Verkümmerung, »als ein Versagen der »Aufmerksamkeit«