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Das Studium der Eltern-Einstellungen zum Kind und ihrer Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung nimmt in der Psychoanalyse einen wachsenden Raum ein. Zeitweilig wurde die Erforschung dieses Problems behindert durch Vorurteile, nämlich durch voreilige und einseitige Schlußfolgerungen aus einzelnen klinischen Beobachtungen. So gab es die »Periode des Optimismus«, wie A. Freud sie nennt, in der - ich zitiere A. Freud -
beinahe die ganze Verantwortung für die neurotische Entwicklung des Kindes bestimmten Maßnahmen der Eltern aufgebürdet wurde, etwa falschen Schlaf-Arrangements, Hemmung sexueller Ausdrucksformen, Verbot sexueller Neugierde, Kastrations-Drohungen, Mißbrauch elterlicher Autorität usw. Man gab sich der Hoffnung hin, daß die Modifikation dieser »parental attitudes« zu einer Beseitigung kindlicher Angst und infolgedessen der kindlichen Neurosen führen würde. Diese exzessiven Hoffnungen führten zu einer Serie von Enttäuschungen. (A. Freud 1954)
A. Freud, R. Spitz und E. Kris betonen nachdrücklich, daß es eine völlige Fehlinterpretation analytischer Einzelbeobachtungen sei, wenn man von einer erzieherischen Haltung des blinden Gewährens und der Ausschaltung aller Versagung und Disziplin eine Ausmerzung der kindlichen Neurosen erhoffe.
Wir finden aber noch eine weitere theoretische Generalisierung vor, die dazu geeignet erscheint, den Einfluß der Eltern-Einstellung auf die kindliche Entwikklung diesmal nicht zu über-, sondern zu unterschätzen. A. Freud spricht von einer