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Karl Abraham schrieb am 7. Oktober 1923 an Sigmund Freud: »In meiner Arbeit über Melancholie […] habe ich eine Ur-Verstimmung in der Kindheit als Vorbild der späteren Melancholie angenommen. Frau Dr. Klein hat nun in den letzten Monaten die Psychoanalyse eines dreijährigen Kindes mit Geschick und therapeutischem Erfolg durchgeführt. Dieses Kind bot getreu die von mir angenommene Ur-Melancholie, und zwar in engster Verknüpfung mit der OralErotik« (Freud/ Abraham , 724)1. Am Vortag hatte Melanie Klein die halbjährige Behandlung der melancholischen, zu Beginn ihrer Analyse 2¾jährigen Rita abgeschlossen, die in der therapeutischen Situation bisweilen »ganz ausgetauscht«, »wie in einem Rausch« (zit. n. Frank , 459)2 erschien, sich nackt ihrer Analytikerin verführerisch von allen Seiten zeigte, fortwährend lachte und onanierte. Damit konnte Klein nicht nur die »Ur-Melancholie« beobachten, sondern auch frühe Manifestationen manischer Elemente.
Freud beschrieb in seiner wegweisenden Arbeit Trauer und Melancholie (, 441)3, die Manie ringe mit demselben Komplex wie die Melancholie. Er sowie beispielsweise Abraham, Riviere und Fenichel stimmten jedoch in der Feststellung überein, die depressiven bzw. melancholischen Phänomene seien viel besser erforscht als die manischen. Dies trifft unseres Erachtens nach wie vor zu, weshalb wir in diesen Band des Jahrbuchs der Psychoanalyse neue