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Liebe, Schuldgefühl und Wiedergutmachung - so Melanie Klein in ihren gemeinsam mit Joan Rivière gehaltenen Vorträgen (Klein/Rivière 1937) - bilden das notwendige Gegenstück zu jenen aggressiven Regungen, die sich aus der Abhängigkeit von unseren Liebesobjekten ergeben. Dabei tauchen Bedauern und Wiedergutmachungsbestrebungen gerade in solchen Momenten auf, in denen der Schaden, der dem Objekt - real oder in der Phantasie - zugefügt wurde, nicht länger verleugnet werden kann und Schuldgefühle einsetzen, um den Verlust des Liebesobjekts abzuwenden und es vor weiterer Beschädigung zu schützen. Solche Entwicklungen werden möglich, wenn am Übergang zur depressiven Position (Klein 1935; 1940; ) Verfolgungsängste in den Hintergrund treten und Spaltungen überwunden werden, so daß das Individuum die Entdeckung macht, daß seine Liebes- und Haßgefühle dem gleichen Objekt gelten. Die Erfahrung, das gleiche Objekt zu hassen und zu lieben, geht mit intensivem Konflikterleben einher und kann von erneuten Spaltungen und Rückzugsbewegungen begleitet werden. Im günstigen Fall werden die Integrationsprozesse des Selbst gestärkt, so daß ein innerer Raum für die Auseinandersetzung mit Trauer und Verlusterleben entsteht.