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Eines der gängigen Vorurteile gegenüber Melanie Klein lautet, sie habe »nur« auf das Destruktive im Menschen abgehoben. Diese Behauptung ist bekanntlich eine Mißkonzeption, die von Kleins primärem Bemühen absieht, das darin bestand zu verstehen, warum ihre kleinen Patienten so von Ängsten heimgesucht wurden. Die Idee eines frühen strengen Über-Ichs - aus der Behandlung der 2¾ jährigen Rita geboren - war für ein Verständnis dieser Ängste und damit die Behandlung von entscheidender Bedeutung. Noch eklatanter imponiert meines Erachtens jedoch die Verzerrung in der Rezeption des kleinianischen Ansatzes, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Klein im Laufe der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts ein völlig neues Konzept, nämlich das der Wiedergutmachung oder Wiederherstellung,1 aus ihren frühen kinderanalytischen Erfahrungen in Berlin - heraus entwickelte.