You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Meinen Versuch, gleichzeitig über Elemente im Verhältnis zum Mythos bei Freud, Bion und Wolfgang Loch zu schreiben, kann ich nur ohne jeden Anspruch auf umfassende Erarbeitung des Themas riskieren. Freud, Bion und Loch haben eines gemeinsam, jenseits ihres Interesses am Mythos: Man muß sie wieder und wieder lesen, um die Fülle an Bezügen in ihren Schriften zu erfassen und damit das eigene Verständnis zu vertiefen. Das gilt in ganz besonderem Maße für die weite Thematik des mythischen Denkens, das vieles mit primärprozeßhaftem Denken gemeinsam hat, ohne daß das Verhältnis der beiden Begriffe zueinander wirklich klar wäre. Und nun ein Zitat von Wolfgang Loch, der sich dabei erkennbar auf Bion bezieht. Dieses Zitat dient mir zugleich als Exposé.
Wenn es nun stimmen sollte, daß die großen Mythen, wie die vom Garten Eden und vom Ödipus, ein Frühgeschehen aus der Ontogenese der Seele, aus der Geschichte ihrer Formwerdung beschreiben, dem auf Seite des Individuums eine psychische Struktur als Niederschlag oder Äquivalent korrespondiert, dann muß darüber hinaus etwas Weiteres abgeleitet werden: Psychische Strukturen benötigen zu ihrem Unterhalt
* Erika Krejci, Dr. med., Lehranalytikerin der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (Zweig der IPV). Private psychoanalytische Praxis in Freiburg/Br. Zahlreiche Veröffentlichungen, u. a. Psychogenese im ersten Lebensjahr . Übersetzungen von W. R. Bion: Lernen durch Erfahrung (1990), Elemente der Psychoanalyse und Transformationen .
Page 175des ständigen »stimulus nutriment«1, das gemäß der Herkunft dieser Strukturen aus Reizzuflüssen bestehen muß, die zu denjenigen Objektbeziehungen in Analogie stehen, aus denen sie dereinst hervorgingen. Insoweit ein solcher Zufluß nicht garantiert ist, insoweit kommt es zum Abbau der entsprechenden Struktur. (Loch 1969, 90)
Psychische Strukturen, wie die des Über-Ichs und des Ichs sowie die der Selbst- und Objektrepräsentanzen, sind aber notwendige Bedingungen für das Funktionieren des psychischen Appara