You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Entstehung »des Monotheismus im Judentum und dessen Fortsetzung im Christentum« (Freud 1939 a, 191) ist uns laut Freud »lückenlos verständlich« (Freud 1939 a, 191) geworden. Sie hat ihren Ursprung im Urvatermord einschließlich der daraus resultierenden Schuldreaktionen, die die Erhöhung des Ermordeten in den Rang eines Gottes und eine Differenzierung der Stammesstruktur einschließen. Freud neigt zur Annahme, daß dieser Vatermord tatsächlich geschehen war, also den mentalen Status z. B. einer Phantasie, eines Gedankens, den Vater zu töten, überschritten hatte. Jedoch, wegen der »außerordentlichen Überschätzung ihrer psychischen Akte« (Freud 1912-1913 a, 192) als omnipotente Akte, was typisch sei für primitive Völker und für den Neurotiker, »könnten die bloßen Impulse der Feindseligkeit gegen den Vater und die Existenz der Wunschphantasie, ihn zu töten und zu verzehren, hingereicht haben, um jene moralische Reaktion zu erzeugen« (Freud 1912-1913 a, 192), die laut Freud die Entwicklung der Zivilisation und religiöser Riten einleiteten. Diese Entwicklung des Monotheismus führte insbesondere im Judentum, abgewandelt jedoch auch im Christentum zu einer