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Wegen der Nähe des magnetischen Südpols versagen die Erzengel.
Abstinenz - als Verzicht, Entbehrung, Zurückhaltung - hat einen Pol des Verhinderns, einen des Ermöglichens.
Zu verhindern ist, dass eine Beziehung unter Bedingungen von Regression und Abhängigkeit (auch im Sinne Winnicotts 1960) zu Ausbeutung und Grenzverletzung führt. Dies ist eine ethische Forderung, die nicht nur für die Psychoanalyse, sondern generell zu erheben ist, insbesondere für alle Heilberufe. Abstinenz soll aber auch speziell in Psychoanalysen genuin Psychoanalytisches ermöglichen. Sie soll unter anderem jene Art von Regression zur Erscheinung bringen, die wir als Übertragung kennen, und ihr Durcharbeiten erlauben, indem sie zu ihr Distanz hält. Diese Abstinenz ist Teil der spezifisch psychoanalytischen Methode und Technik.
Mit beiden Polen gilt Abstinenz als notwendige Bedingung einer gelingenden Psychoanalyse (Krejci 2012). Deren Eigenart ist es, mittels Abstinenz eine Situation zu schaffen, deren potentiell katastrophale Folgen mittels Abstinenz zu vermeiden sind. Behandlungsfehler im engeren Sinn, d.h. Verhaltensweisen, die eine Behandlung als Ganze nicht nur scheitern lassen, sondern die dem Patienten schaden, sind - diese These scheint nicht zu gewagt - immer Fehler der Abstinenz. Nachträglich ist dann offenkundig, dass ethisches und technisches Versagen (jetzt im Sinne von failure) ineinandergeflossen waren. Abgesehen von solchen manifesten Entgleisungen herrscht jedoch über das Verhältnis von ethischer und technischer Abstinenzforderung in der Regel Unklarheit, die