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Als Affekt auf der Schwelle zur Handlung gehört Gewalt zu den unvermeidbaren Erfahrungen unserer inneren wie auch der äußeren Realität. Und doch ist sie etwas, was in der Regel jeder fürchtet und, wenn irgend möglich, zu fliehen sucht. Denn wenn sie auftritt, droht etwas zu entgleisen, und Zerstörung kündigt sich an. Da ihr meist etwas Unkalkulierbares, Unbeherrschbares anhaftet, wird Gewalt nicht selten vorab schon als existentielle Gefährdung erlebt. Ihr kann ein Gefühl von »Unaushaltbarkeit« sowohl vorausgehen als auch folgen, ein Gefühl, das einem affektiven Zustand äußerster innerer Spannung und unerträglicher Angst entspricht. Selten zielt Gewalt wohl im Dienste des Todestriebes »auf einen Abzug der Besetzung und auf Desobjektalisierung« (Green , 875), sie scheint im Gegenteil eine Zerstörung des Objekts durch Überbesetzung bzw. Aufsprengung anzustreben.
Es kann also angenommen werden, dass Gewalt einem Zerreißen der psychischen Konfliktwelt entstammt, einer Situation im Subjekt, in der destruktive Impulse und paranoide Ängste im Sinne Melanie Kleins nicht mehr im psychischen Raum gehalten werden können, sondern zu einer Sprengung der konstruktiven Spaltung zwischen Innen und Außen führen. Hier fragt sich also, was das Sprengende und Zerstörerische von Gewalt bedeutet, und aus welcher inneren Notlage sie jeweils entsteht. Äußert sich in ihr gar eine Kraft jenseits symbolischer Repräsentation? Und: Droht Gewalt sich wie eine ansteckende Krankheit immer weiter auszubreiten, wenn sie erst einmal aus der inneren in die äußere Welt übergetreten ist? Die schier unglaublichen und unvorstellbaren Gewaltexzesse von Einzelnen und Gruppen bzw. politischen Organisationen lassen das annehmen. Gerade in jüngster Zeit erscheint die Sorge nicht unberechtigt, regionale Gewaltkonflikte könnten sich ausweiten oder gar erneut in einen weltweiten Flächenbrand entgleisen.
Und doch ist die Folge einer sich im Innern bis zum äußeren Gewaltakt steigernden Konfliktspannung nicht unweige