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Es ist eine Grundannahme der Psychoanalyse, dass das Unbewusste in seinem Spannungsverhältnis zum Bewusstsein die dynamische Grundlage subjektiver Struktur bildet und dass es dem Individuum als dessen Träger zugeordnet ist. Subjektbildung findet auf der Basis körperlicher Individualität statt, und daher erscheint es als unanfechtbar, dass das Subjekt ein individuelles Unbewusstes hat.
Die Aufgliederung ergibt sich in Abhängigkeit von Sprache: Über die Sprache mit ihrem selbstreferenziellen Potenzial wird das Individuum zum seiner selbst bewussten Subjekt. Vom sprachlichen Denken her liegt es nahe, Subjekt und Individuum miteinander zu identifizieren. Damit folgen wir jedoch einer Ordnung, die uns die Sprache vorgibt. Sie erlaubt, aus dem kontinuierlichen Feld der (vor allem räumlich-visuellen) Wahrnehmung körperliche Identitäten als Individuen auszustanzen und das Ausgestanzte in einen abstrakten begrifflichen Raum zu versetzen, wodurch es theoretischer Aktivität verfügbar wird. Diese Ordnung entspricht einer »individualistischen Starre« (Lorenzer 1974, 249), die es zu überwinden gilt.
Die Begriffe »Individuum« und »Subjekt« können aus einer Außensicht bzw. einer Innensicht abgeleitet werden: Während wir anhand einer Identifizierung der Körpergrenzen uns selbst und anderen »von außen« eine Individualität zuschreiben, bestimmen wir uns als Subjekt aus einem Erleben von perzeptiver und affektiver Bezogenheit auf die Welt heraus. Das subjektive Erleben