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Wonach wird gefragt, wenn nach der Ästhetik der Falldarstellung gefragt wird? Geht es darum, wie man es anstellt, Falldarstellungen schön zu schreiben? Wird nach einer Regel gesucht, deren Anwendung eine gut lesbare oder gar packende Falldarstellung garantiert? Nein, die Frage nach der Ästhetik der Falldarstellung geht ins Zentrum des psychoanalytischen Wissenschaftsbegriffs. Die Psychoanalyse, so meine These, ist eine zutiefst ästhetische Wissenschaft in dem Sinne, dass sie ihr Ethos und ihre Methodik mit der Kunst und mit keinem Diskurs sonst teilt (Leikert 2012). Nur Kunst und Psychoanalyse richten ihr Interesse auf das Einzelsubjekt.
Die konsequente Zuwendung zum Einzelsubjekt ist nicht allein zentrales Moment der psychoanalytischen Behandlungstechnik. Sie ist auch Zentrum des psychoanalytischen Wissenschaftsverständnisses. Freuds Wort vom »Junktim« zwischen Heilen und Forschen macht deutlich, dass die psychoanalytische