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»Psychoanalytische Prozesse konzeptualisieren« - das war das Thema des Postgraduierten-Seminars der DPV, das von Jutta Gutwinski-Jeggle, Ursula von Goldacker und Bernd Nissen ins Leben gerufen wurde. Von 2014-2017 luden sie Kolleginnen und Kollegen mit jungem Mitgliedsalter an einem Frühjahrs-Wochenende nach Berlin Schwanenwerder ein, um es ihnen zu ermöglichen, ihre psychoanalytischen Kenntnisse und Kompetenzen klinisch und theoretisch zu erweitern und zu vertiefen. Erfahrene Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker verschiedener Schulrichtungen hielten wissenschaftliche Vorträge zum Thema »Konzeptualisierungen« und stellten ihr Verstehen und Nicht-Verstehen des präsentierten klinischen Materials, theoretische, metapsychologische und behandlungstechnische Dimensionen zur Diskussion. In Kleingruppen wurde neben der klassischen psychoanalytischen Supervision der vorgestellten Fälle auch die Ebene der Konzeptualisierung reflektiert, so dass sich insgesamt ein komplexer, sehr intensiver und erkenntnisreicher Austausch entwickelte. Auch die Begegnung der Generationen gab Anlass zu spannenden, zum Teil sehr kontroversen Diskussionen.
In ihrem Impulsreferat auf dem ersten Postgraduierten-Seminar fragt Elfriede Löchel einleitend, inwieweit es überhaupt möglich ist, Konzeptualisierungen zu thematisieren, da sie sich im Regelfall implizit vollziehen.
Auf irgendeine Art und Weise konzeptualisieren wir immer, aber erst nachträglich können wir versuchen, unsere Konzeption annäherungsweise zu explizieren. Mir gelingt das am besten, wenn ich merke, dass ich mich geirrt habe, wenn ich umdenken, meine bisherige Konzeptualisierung ablegen, mich von ihr lösen und neu und anders konzeptualisieren muss. (Löchel 2014, 1)
In diesem Band findet sich eine Vielfalt an Perspektiven, durch die das Verstehen und Nicht-Verstehen psychoanalytischer Prozesse beleuchtet wird. Er vereint Arbeiten von Kolleginnen und Kollegen, die sich als Vortragende auf dem