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Im Anschluss an Freud (1912b, 374), dem zufolge in der analytischen Behandlung an »Übertragungsphänomenen« ein Kampf zwischen »Erkennen und Agierenwollen« stattfindet, galt die Gegenübertragung lange als Mitagieren mit dem Widerstand des Patienten (Barwiski 2014). Da Freud (1910d, 108) zudem davon ausging, dass die Gegenübertragung »durch den Einfluss des Patienten auf das unbewusste Fühlen des Arztes« entsteht, so dass dieser sie »in sich erkennen und bewältigen müsse«, wurde sie als »persönliche Störung« des Analytikers aufgefasst, die es »»weg«-zuanalysieren galt« (Money-Kyrle 1956, 19). Selbst Melanie Klein vertrat die Auffassung, dass die Gegenübertragung nicht etwa dabei helfe, den Patienten besser zu verstehen, sondern dass der Analytiker sie für die Selbstanalyse nutzen solle (vgl. De Masi 2012, 20). Wenn man allerdings wiederum mit Freud (1912b, 366, 357) die Übertragung nicht nur als »stärkste(n) Widerstand gegen die Behandlung« auffasst, sondern auch als »mächtigste(n) Hebel des Erfolgs«, dann müsste das eigentlich auch für die Gegenübertragung gelten.
Doch erst Paula Heimann (1950, 81) widerspricht ausdrücklich der Auffassung, dass die Gegenübertragung lediglich eine Quelle von Schwierigkeiten sei und kommt zu der bahnbrechenden, heute wohl weithin akzeptierten These: »The analyst's counter-transference is an instrument of research into the patient's unconscious.« Heimann verwendet den Begriff der Gegenübertragung zwar für alle Gefühle, die der Analytiker dem Patienten entgegenbringt, sie wendet sich aber ausdrücklich gegen die von Sándor Ferenzci und Alice Balint vertretene Meinung, der Analytiker solle diese Gefühle dem Patienten gegenüber jederzeit offenlegen. Es sei von entscheidender Bedeutung, die im Analytiker entfachten Gefühle nicht sofort wieder in den Patienten zu entladen, sondern sie auszuhalten bzw. zu halten, um sie der analytischen Arbeit unterzuordnen, wo sie als Spiegelreflexion (»mirror reflection«) bzw. Kreation (»creation«) des Patien