You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Aus der Geschichte der Psychoanalyse im Nachkriegsdeutschland ist Wolfgang Loch nicht wegzudenken.
1952, als die DPV gegründet wurde, war er schon ausgebildeter Internist und Psychiater. Der neuen Richtung wandte er sich nur zögernd zu - er sagte später, das Niveau sei unvorstellbar niedrig gewesen. Sein Interesse galt der Psychose, wohl auch auf Grund seiner Erfahrungen mit den nationalsozialistischen
Verbrechen. Fast wäre er Schizophrenie-Forscher am Max-Planck-Institut geworden. Die Lektüre von Melanie Klein und vor allem Money-Kyrle überzeugte ihn für die Psychoanalyse, und er ging 1956 zu Mitscherlich an die Klinik in Heidelberg. Als dieser das landes-unmittelbare Institut und Ausbildungszentrum für Psychoanalyse und psychosomatische Medizin gründen konnte, wurde Loch dessen stellvertretender Direktor.
In der Folge kam es zu Differenzen, und Loch ging 1964 an die Universität Tübingen. Er hoffte wohl auch, in Stuttgart den unverhofft verstorbenen Schottlaender ersetzen und mit der dortigen Gruppe ein psychoanalytisches Institut gründen zu können, was aber erst viel später und auch nur teilweise gelang. Noch im selben Jahr habilitierte er sich bei Professor Schulte mit der Arbeit »Voraussetzungen, Mechanismen und Grenzen des psychoanalytischen Prozesses«. Sie wurde im Ausland als erste Botschaft wahrgenommen, dass in Deutschland wieder psychoanalytisch gedacht werd