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In seinem Aufsatz Zum psychischen Mechanismus der Vergesslichkeit ordnet Freud die später als »Fehlleistungen« bezeichneten psychischen Leistungen ein in den theoretischen Rahmen, den er bis dahin aus der Analyse psychischer Störungen entwickelt hatte. Damit erweitert er die Reichweite seiner Überlegungen in den Bereich des normalen psychischen Funktionierens. 1898 ist Freud mit der Vorbereitung der Traumdeutung beschäftigt und steht damit im Begriff ein Werk zu veröffentlichen, in dem er einen ersten Blick in den Bau des psychischen Apparats und die grundlegenden Regeln seines Funktionierens eröffnet. Seine Identifikation mit Luca Signorelli als dem Künstler, der ein großes, für die Zukunft der Kunstentwicklung prägendes Werk geschaffen hat und die erheblichen Vernichtungsängste, die in Freud in dieser Situation lebendig wurden und die im Bildprogramm des Doms von Orvieto Ausdruck finden, werden in der vorliegenden Untersuchung entfaltet. Das Selbstbildnis von sich und Fra Angelico, das Signorelli an prominenter Stelle des Kunstwerks eingefügt hat, weist Freuds Identifikation sowie seiner Auseinandersetzung mit dem Verlust seines Kollegen und Freundes Josef Breuer spätestens nach der Veröffentlichung der Studien über Hysterie den Weg an.