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Die Deutung ist die magic weapon (Strachey 1934, 141) der Psychoanalyse, die Wunderwaffe, so die ehemals gelungene Übersetzung, die leider ihre Unschuld verloren hat.
In der Tat hatte die Deutung 100 Jahre die behandlungstechnische Zentralposition inne, in ihr konvergierten alle therapeutischen Bemühungen. Ihr wurde mutative Macht zugeschrieben, ihr Einsatzfeld war primär die Übertragung. Es wurde in der Übertragung der Widerstand gedeutet, es wurden die unbewussten Phantasien in der Übertragung gedeutet, in der Übertragung wurde die Verwicklung ent-wickelt, der Fokus lag auf der größten Angst im Hier und Jetzt, sie zielte auf das Unbekannte in der Übertragung. Freud (1912b, 374) stellte schon früh fest, dass man eine Neurose nicht »in absentia oder in effigie erschlagen« kann. Methodische Instrumente waren u. a. die Gegenübertragung, die projektive Identifizierung, das Agieren und die Verwicklung / das Enactment, die Inszenierung usw.
Der Idee der Deutung, also dem Unbekannten in der Übertragung Bedeutung geben, begründet sich in einer Art wissenschaftlichen Grundgesetz der Psychoanalyse: Das Psychische entsteht in Beziehung. Die Übertragung ist die Beziehung, in der sich die mutativen Prozesse entwickeln. Doch das metapsychologische Verständnis dieser Prozesse hat sich verändert:
Galt ursprünglich die Maxime: »Wo Es war, soll Ich werden« (Freud 1933, 86), verschob sich dieser Topos mehr und mehr dahin, die Systeme Ubw und Vbw / Bw als zwei komplementäre, binokulare Organe zur Erfassung psychischer und realer Wirklichkeit zu begreifen (s. Bion z. B. 1962; 1970). Über die Reverie entstand ein klinisches-behandlungstechnisches Konzept des Träumens (dreaming), einer Form der Begegnung und Haltung, die ein unverstelltes, ja unmittelbares Erleben des Unbekannten ermöglicht. Zwar bleibt die Komplementarität von Selbst und Objekt erhalten und letztlich das Ziel, die Seelenwelt