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Die Art und Weise, wie die Deutung im postbionschen Modell des analytischen Feldes konzipiert wird, unterscheidet sich stark von der traditionellen: Sie ist nicht mehr als Ausdruck des Wissens des Analytikers über den Patienten zu verstehen, sondern als mehrdimensionales Angebot von Bedeutung, um intersubjektiv neuen Ideen und Emotionen zum Leben zu verhelfen. Es geht nicht so sehr darum, vorgefertigte Inhalte zu vermitteln, als darum, Funktionen zu entwickeln. Die gute Deutung bedarf nicht mehr des Etiketts der »Deutung«. Sie ist »gut«, wenn sie die Qualität des Zuhörens des Analytikers - seine Empfänglichkeit für das Unbewusste - widerspiegelt. In ihrer manifesten Form könnte es sich um einen Zwischenruf, eine Geste, ein Schweigen, einen trivialen oder sogar sehr komplexen und anspruchsvollen Kommentar handeln. Unter diesem Gesichtspunkt wird die klassische Art, die Übertragung, die infantile Neurose, das Trauma usw. deutend zusammenzubringen, oft als auffälliges Zeichen für die »Taubheit« eines Analytikers gesehen, der tragischerweise nicht in der Lage ist, dem Unbewussten umfänglich zuzuhören, d. h. auch seinem eigenen Unbewussten und dem, was im Hier und Jetzt geschieht.