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Die Negative Therapeutische Reaktion wird heute zu Recht eher kritisch hinterfragt, da sie häufig dem Patienten als destruktives Agieren angelastet wurde. Aber auch, wenn man Rückschritte, zunichte gemachte Erfolge oder ein ständiges Stagnieren begreift als Phänomene einer Übertragungs-Gegenübertragungsdynamik, bedarf es einer gründlichen Selbstanalyse auf Seiten des Analytikers, um nicht der Verführung durch eine NTR-Konzeptualisierung anheimzufallen, die sich der Einfühlung in vorherrschende Desobjektalisierungsprozesse widersetzt, wie in der vorliegenden Kasuistik beschrieben. Die Durcharbeitung depressiver Verfassungen in der Gegenübertragung ist notwendig, um einerseits aus Sackgassen herauszufinden und andererseits die Notwendigkeit von Rückzugsorten des Patienten dort zu akzeptieren, wo diese vielleicht ein kleineres Übel darstellen, oder das Changieren zwischen beiden Positionen zu ertragen.