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Daniel Richter, 1962 in Eutin geboren, gestaltete zunächst Plattencover und Plakate. 1991-1995 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste bei Werner Büttner in Hamburg Malerei und arbeitete als Assistent von Albert Oehlen. 2004-2006 war er Professor für Malerei an der Universität der Künste Berlin, 2006 nahm er die Professur für erweiterten malerischen Raum an der Akademie der bildenden Künste Wien an. Richter malte zunächst abstrakt, wandte sich ab 2000 gegenständlichen, narrativen Bildmotiven zu; seit 2015 finden sich im Zusammenspiel von stark definierten Silhouetten und Abstufungen des Hintergrunds neue Balancen zwischen Abstraktion und Figuration. Er bekam zahlreiche Auszeichnungen.
Z: Was kannst du über dich und das Malen sagen?
R: Schwierig! Das ist ja das, worüber ich mich definiere und worüber man auch definiert wird. Mit der Unterscheidung fängt es ja schon an, also, in welcher Dialektik stehen da Selbstentwurf und Entwurf des Anderen und natürlich das Klischee vom Künstler und das Unvermeidbare: die Produktionsbedingungen. Wenn du malst, reproduzierst du ein bestimmtes Bild von Subjektivität. Du hast natürlich auch ein Atelier und in dem Atelier bist du allein, das ist auch Klischee. […] Auch das Interesse an Themen ist ja eins, das kann historisch fundiert
* Uta Zeitzschel, Dr., Fachärztin für Allgemeinmedizin und Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalytikerin (DPV), niedergelassen in eigener Praxis.
sein, an politischen Interessen orientiert, aber auch durch Selbstbeschau, aus Rebellion gegen oder aus Sehnsucht nach ästhetischer Erfüllung motiviert. Harmoniesucht kann genauso ein Antrieb sein wie der Versuch, das Unbekannte in einem selbst oder in der Welt zu entdecken. Malerei ist ja von pseudowissenschaftlichen Methoden wie dem Impressionismus, über den Kubismus hin zu Surrealismus und dem Non-Narrativen, dem Gestischen, alles! Da gibt es ja eine Bandbreite, aus der man sich - gerade heute, wo es ja eine verbindliche Definition d