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Im Bereich der sexuellen Ordnung und der Ordnung der Geschlechter sind in den letzten vielleicht drei bis vier Jahrzehnten erhebliche Veränderungen festzustellen, die sich im Feld der politischen und wissenschaftlichen Debatten und Kämpfe ausdrücken und vollziehen. Erkennbar ist eine diskursive Vervielfältigung sowohl der Geschlechter und Geschlechtspositionen als auch eine der sexuellen Identitäten und Orientierungen, die die bisherige Geschlechterbinarität und -differenz radikal infrage stellt. Dies soll zu Beginn schlaglichtartig beleuchtet werden, um dann genauer mithilfe der Foucault'schen Analyse der Geschichte der neuzeitlichen Sexualität über die Stellung der Psychoanalyse in diesem Prozess und die Herausforderungen, mit denen sie sich konfrontiert sieht, nachdenken zu können. Als konstitutiv erweist sich dabei die zunehmende Entkoppelung von Sexualität und Fortpflanzung und die technologische Ersetzung der Frau als Mutter (Treusch-Dieter). Die Vernachlässigung der fortpflanzungsbezogenen Geschlechterdifferenz, die sich in vielen aktuellen Veröffentlichungen findet, wird als unverstandener Ausdruck dieser Entwicklung begriffen. Plädiert wird schließlich unter Rückgriff auf Melanie Klein für ein psychoanalytisches Verständnis der Geschlechterdifferenz, in der das Weibliche und Mütterliche nicht abgewertet werden.