You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das Thema des Vergessens stellt sich nicht erst seit und in der Psychoanalyse, sondern genauso sehr in der Philosophie und in den Kulturwissenschaften, in der Neurologie und in der Kognitionsforschung. Freud hat freilich für die verschiedenen psychologisch motivierten Formen des Vergessens (infantile, hysterische Amnesie, Vergessen eines Eigennamens usw.) mit der Gleichung Vergessen = Verdrängung eine neue erkenntnistheoretische Grundlage geschaffen. In bestimmten schweren psychopathologischen Störungen scheint jedoch weder das Erinnern noch das Vergessen und damit auch nicht die Verdrängungsleistung zu funktionieren. Der Aufsatz folgt diesen verschiedenen Spuren des (Nicht-)Vergessens und versucht sie metapsychologisch einzuordnen. Abschließend macht er Vorschläge für eine Zusammenarbeit von Psychoanalyse und kultureller Gedächtnisforschung.