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31. Januar 1931 - 15. Februar 2020
Unmittelbar nach seinem Tod am 15. Februar 2020 ließ mich Dr. Heidrun Jarass, Co-Aurorin des 2004 erschienenen Buches »Jealousy and Envy« wissen, Léon sei nach tragischem vierjährigem Verstummen in der Folge einer Apoplexie mit massiver Blutung friedlich im Kreise seiner Familie in Towson Maryland in USA verstorben.
Leider kann ich nur nachträglich wenige Grußworte an ihn richten: Lieber Léon, die traurige Nachricht hat mich sehr erschüttert, aber vor meinem Auge ein besonderes Bild Deines Lebens entstehen lassen. »Den Dingen auf den Grund gehen« hast Du 2006 Deine bescheiden »Versuche einer Selbstdarstellung« genannte Autobiographie betitelt. Die Nähe dieser Formulierung zu Freuds frühem Credo, mit Faust erforschen zu wollen, »was die Welt im Innersten zusammenhält«, kam mir überraschend in den Sinn, wohl wissend, dass Euch entscheidend auch das Judentum verbindet, zu dem Du Dich 2001 in dem schönen Buch »Ideen und Wertewelt des Judentums. Eine psychoanalytische Sicht« überzeugend geäußert hast. Im Schatten des Holocaust, der Dir eingedenk der Opfer in Deiner Familie immer gegenwärtig war, hast Du in Deinem außergewöhnlichen Werk, das noch einer wissenschaftlichen Würdigung harrt, schreibend einen Kosmos mit sehr weitem Horizont erschlossen. Unser Kontakt hat mit der Veröffentlichung Deines in Zürich gehaltenen Vortrags »Das Problem der - in Konflikten des Sehens und Gesehenwerdens wurzelnden - Scham« im ersten im Verlag frommann-holzboog 1981 erschienenen Band des Jahrbuchs der Psychoanalyse begonnen und sich in der Folgezeit in vielen Telefonaten und manchen Treffen in der Bundesrepublik vertieft. Durch die Erforschung der zuvor