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Bei den meisten Patienten sind klassisch ödipale Themen erkennbar, die symbolisiert auftauchen aber weitgehend unbewusst bleiben. Bei der von mir beschriebenen Patientin hingegen sind Träume, Fantasien, intrusive Bilder einer sexuellen Beziehung zu einer Vaterfigur dermaßen explizit, dass es scheint, als sei die übliche Verdrängung fehlgeschlagen. Zudem führt der Versuch, diese bewussten Fantasien und Träume näher zu erforschen, weder zu einer Vertiefung unseres Kontaktes noch zu einem vollständigeren Verstehen ihrer Verfassung.
Ich beschreibe, auf welche Weise diese offensichtlichen Fantasien neben anderen, weniger offensichtlichen existieren. Aus dieser letzteren Kategorie lassen sich einige Phantasien erahnen und können mit der Zeit greifbar werden. Doch es gibt andere, von denen ein Bild zu gewinnen weitaus schwieriger ist, wiewohl diese das Erleben der Patientin machtvoll zu bestimmen scheinen. In diesem Beitrag geht es um diese grundlegenden Phantasien, um solche, von denen die Patientin keine Kenntnis im üblichen Sinn hat. Für Freud lag der Fokus bei der »Konstruktion« solcher Phantasien auf den Berichten der Patienten über ihr eigenes Verhalten. Heute versuchen wir, ihr Wesen durch die Analyse der Übertragung zu erhellen. Bei der von mir beschriebenen Patientin scheint die Konstruktion der Phantasie jedoch erst möglich zu werden, indem die Analytikerin Elemente jener Phantasie in Form eines Enactments erlebt. Ohne eine gewisse Kenntnis dieser Phantasie und deren Funktion würde sich diese Psychoanalyse auf einer falschen Fährte bewegen.2