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Hegener: Lieber Herr Salzborn, vielen Dank, dass Sie sich für dieses Interview zur Verfügung gestellt haben. Zuerst möchte ich Sie unseren Leserinnen und Lesern kurz vorstellen. Sie haben Politikwissenschaft, Soziologie, Psychologie und Rechtswissenschaften studiert, wurden zum Thema Ethnisierung der Politik. Theorie und Geschichte des Volksgruppenrechts in Europa (Salzborn, 2005) promoviert und haben sich danach mit einer Arbeit zum Thema Antisemitismus habilitiert. Der Titel der 2010 veröffentlichten Studie lautet Antisemitismus als negative Leitidee der Moderne. Sozialwissenschaftliche Theorien im Vergleich. Nach einer Tätigkeit als Privatdozent und Lehr- und Forschungsaufträgen unter anderem in Marburg, Bielefeld, Prag und Jerusalem waren Sie Gastprofessor für Politische Ideengeschichte in Marburg und wurden 2012 Professor für Grundlagen der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft in Göttingen. Obwohl der Sozialwissenschaftliche Fakultätsrat im Dezember 2015 für die Fortführung Ihrer Professur plädiert hatte, verlängerte die Hochschulleitung den Vertrag nicht, was zahlreiche Proteste hervorrief. Von 2017 bis 2019 waren Sie sodann Gastprofessor am Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin und sind seit Kurzem, genauer gesagt: seit August 2020, der neue Antisemitismusbeauftragte
Das Interview mit Prof. Samuel Salzborn fand am 22. Oktober 2020 telefonisch in Berlin statt. Interview, Transkription und Bearbeitung wurden von Wolfgang Hegener besorgt.
des Landes Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind politische Theorie und Ideengeschichte, Demokratie- und Rechtsextremismusforschung, politische Soziologie, Methodenvermittlung, aber besonders auch der Antisemitismus, mit dem Sie sich seit nunmehr mindestens 20 Jahren intensiv beschäftigen. Und ich weiß aus Ihren Veröffentlichungen, dass auch die Psychoanalyse für Sie dabei eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Das Thema Antisemitismus ist auch ein Schwerpunkt Ihrer äußerst zahlreichen Veröf