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Als ich Amanda kennenlernte, hatte sie in einer psychosomatischen Klinik eine venae sectio an sich vorgenommen. Ich las, sie könne nicht auf sich aufpassen, sei abgeschnitten von ihren Gefühlen, mehr tot als lebendig und chronisch suizidal, und sie habe »bei Bedarf« einen genauen Plan für die Umsetzung. In Belastungssituationen gleite sie weg, verliere die Kontrolle über ihren Körper und reagiere nicht mehr, bis hin zu stuporösen Zuständen.
Amanda selbst erzählte mir, dass sie in der Klinik ihre »Monster« kennengelernt und erkannt habe, wie viele Baustellen sie habe. Sie beschrieb sich als »arbeitssüchtig«, weshalb sie auch den Hinweis der Klinik ignorierte, die sie für arbeitsunfähig hielt.
Als Auslöser für die gravierende Zuspitzung, die sie erstmals eine Klinik hatte aufsuchen lassen, nannte sie eine Vergewaltigung durch ihren Ehemann zwei Jahre zuvor. Sie fühle sich von ihrem Mann sexuell ausgebeutet. Seitdem hätten sie keinen Sex mehr und getrennte Schlafzimmer. In der Beziehung zu ihrem Geliebten hatte sie sich zwar lange Zeit lebendig, aber zuletzt auch wie ein »Ding« behandelt gefühlt, wenn er sich genommen habe, was er wollte.
Ihre Derealisation war physisch zu spüren. Der Kontakt war wie leer, fast ohne Resonanz. Von ganz weit her wehte mich ein Hauch ihrer Verlorenheit an.
Die Psychotherapie dauerte mehr als sechs Jahre und fand in wechselnder