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Übertragung ist einer der Grundbegriffe und eines der zentralen Konzepte in der Psychoanalyse - sollte man meinen …
Die Herkunft des Begriffs ist mit Sigmund Freuds Vergangenheit als Neurologe verbunden, dieser taucht dann in den Studien über Hysterie auf, in denen Freud die Inanspruchnahme des Arztes als »Übertragung und falsche Verknüpfung« (Freud & Breuer, , S. 309) beschreibt. In der Traumdeutung (Freud, 1900a) legt er dar, wie eine unbewusste Vorstellung sich auf eine harmlose überträgt, sodass sie im Vorbewussten wirken kann (Freud, 1900a, S. 568). Bald werden Übertragungen als »Neuauflagen, Nachbildungen von den Regungen und Phantasien« mit einer »charakteristischen Ersetzung einer früheren Person durch die Person des Arztes« (Freud, 1905e, S. 279) beschrieben. Diese Ersetzung führt schließlich zur Übertragungsneurose (Freud, 1914g). Das Phänomen, dass die Übertragung zum Widerstand wird, führte zur Scheidung in eine negative und positive Übertragung und zur fundamentalen Erkenntnis, dass die »unbewußten Regungen […] nicht erinnert werden« wollen, sondern danach streben, »sich zu reproduzieren« (Freud, 1912b, S. 374). Damit war die Tür zur Entdeckung aufgestoßen, dass der Widerstand die Übertragung in seine Dienste stellt. Diese Komplikation erschien zunächst als Störung, wurde dann aber zum wichtigsten Instrument der Kur. Denn in der Zuspitzung, in der die Übertragung zum Widerstand wird, wird der Analytiker das Objekt der Vergangenheit. Der Konflikt entfaltet sich in statu nascendi: »Auf diesem Felde muß der Sieg gewonnen werden […]« (1912b) - und zwar ohne dass die Flucht möglich wird (Freud, 1910k, S. 124). Die behandlungstechnischen Ratschläge Freuds sind sehr präzise: » Solange nun die Mitteilungen und Einfälle des Patienten ohne Stockung erfolgen, lasse man das Thema der Übertragung unberührt. Man warte mit dieser heikelsten aller Prozeduren, bis die Übertragung zum Widerstande geworden ist« (Freud, 1913c, S. 473 [kursive Hervorheb. d. A.]).