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Die Frage, ob das kleinianische Paradigma noch gültig ist, klingt nach kritischem Rationalismus. Damit sind wir sofort in der Diskussion, ob eine solche Sicht auf wissenschaftliche Sätze und Theorien überhaupt zulässig ist, auch, ob die Frage sinnvoll ist.
Es war Karl Popper (1976), der die Probleme, die sich aus Versuchen ergaben, Sätze induktiv herzuleiten und zu verifizieren, scheinbar einfach zu lösen schien. Wenn wir sie nicht verifizieren können, so Popper, muss das Kriterium für Wissenschaftlichkeit die Falsifikation sein. Sein »weißer Schwan« erlangte Berühmtheit: Der Allsatz: »Alle Schwäne sind weiß« ist ein wissenschaftlicher Satz, denn er ist falsifizierbar. Falsifizierbarkeit, damit Anwendung des Modus tollens, als Kriterium für Wissenschaftlichkeit. Doch so einfach ist es nicht. Jungschwäne sind braun-meliert; widerlegen sie nun den Allsatz? Streng genommen ja, zugleich aber auch nicht. Man baut nämlich Antezedensbedingungen ein (z. B. die Behauptung gilt nur für geschlechtsreife Schwäne). Dann »entdeckte« man den berühmten australischen Vetter des weißen Schwans, der leider schwarz ist. Der Allsatz ist widerlegt. Doch ist er damit obsolet geworden? Nein. Ein Ornithologe, der an einem Gewässer in Europa nur noch einen großen weißen Flügel eines wegfliegenden Vogels sieht, wird dennoch auf einen Schwan tippen. Völlig zu Recht.
Wir befinden uns nun im Bereich einzelner wissenschaftlicher Sätze. Nun ist es so, dass wissenschaftliche Sätze und Aussagen ohne Integration in ein Theoriegebäude nicht wirklich sinnvoll sind. Übertragen wir nun