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»Und die Liebe per »Distanz«
Kurz gesagt, mißfällt mir ganz.«
In seinem Bericht über die Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben zitiert Freud (1909b, S. 252) Wilhelm Buschs Aphorismus: Der kleine Hans ist verliebt in ein Mädchen, das er voller Hingabe aus der Distanz beobachtet. Wie wir wissen, befindet sich der kleine Junge mit Erwachen seiner genital-phallischen Sexualität mitten in der Verwirrung des ödipalen Dramas. Gelesen aus der Perspektive von Nähe und Distanz sehen wir in Freuds Bericht, wie Hans' Eltern - zu beiden hat er eine innige Beziehung - damit befasst sind, den »richtigen Abstand« zu ihm zu finden. Soll seine Mutter ihn noch zu sich ins Bett nehmen? Wie geht sie mit intimen Berührungen und Blicken um? Wie kann der Vater mit ihm über die kindliche Sexualität, seinen Körper, seine Ängste sprechen? Mit sehr viel Taktgefühl und unterstützt von den Gesprächen, die Hans' Vater mit Freud führt, versuchen sie, ihrem Sohn bei der Lösung des Entwicklungsschrittes zu helfen. Das in Objekt- (und Liebes-)Beziehungen allgegenwärtige Thema von Nähe und Distanz greift Freud in Triebe und Triebschicksale (1915c) explizit auf:
»Wenn das Objekt die Quelle von Lustempfindungen wird, so stellt sich eine motorische Tendenz heraus, welche dasselbe dem Ich annähern, ins Ich einverleiben will; wir sprechen dann auch von der »Anziehung«, die das lustspendende Objekt ausübt, und sagen, daß wir das Objekt »lieben«. Umgekehrt,
Page 7wenn das Objekt Quelle von Unlustempfindungen ist, bestrebt sich eine Tendenz, die Distanz zwischen ihm und dem Ich zu vergrößern, den ursprünglichen Fluchtversuch vor der reizausschickenden Außenwelt an ihm zu wiederholen. Wir empfinden die »Abstoßung« des Objekts und hassen es; dieser Haß kann sich dann zur Aggressionsneigung gegen das Objekt, zur Absicht, es zu vernichten, steigern« (S. 229).
Nähe und Distanz werden in jeder Analyse, wie in jeder menschlichen Beziehung, in einer fortlaufenden wechsel