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»Was ist Originalität? Etwas sehen, das noch keinen Namen trägt, noch nicht genannt werden kann, ob es gleich vor aller Augen liegt. Wie die Menschen gewöhnlich sind, macht ihnen erst der Name ein Ding überhaupt sichtbar. - Die Originalen sind zumeist auch die Namengeber gewesen« (Nietzsche, 1882, S. 158).
»Dream work-α«1 (was später zur »α-Funktion« wurde), »α-Elemente« und »β-Elemente«: Bezeichnete Bion damit etwas, das vorher noch nicht bekannt war, oder gab er etwas bereits Bekanntem einen neuen Namen?
Bion war daran interessiert, wie Benennen an sich funktioniert. Die Spalte 1 in seinem Raster - die definitorische Hypothese - ist beispielsweise der Ort, an dem »Namen« platziert werden. Benennen ist ein Ausgangspunkt: Sobald wir einen Namen haben, können wir das Feld, das mit ihm benannt wurde, erkunden. Die Felder zu kennzeichnen, die zu erkunden sind, ist, was Bion mit seinen neuen Namen im Sinn hatte.
Mit »dream-work-α« bezeichnet Bion den Prozess, der vom »Ungedachten« zum »Gedachten« führt. Dieser Prozess muss stattfinden, aber wir
Anmerkung des Übersetzers: Dieser Begriff wurde m. W. bisher nicht ins Deutsche übersetzt, daher bleibe ich beim englischen Original.
wissen nicht genau, wie dies passiert. Im Eintrag von 1959 in den Cogitations definiert Bion Traumdenken als Teil dieses Prozesses. Er schreibt, dass Traumdenken ein Prozess sei, der sich nicht vom Denken im Wachzustand unterscheide. Traumdenken sei sogar die Grundlage für das Denken. Wie kommt er zu dieser Auffassung?
In seinen Schriften aus den frühen 1950er Jahren finden sich verschiedene Bezugnahmen auf das Traumdenken. Hier ist ein Beispiel dafür aus den »Anmerkungen zur Theorie der Schizophrenie« (1954):
»Wenden wir uns nun den Schwierigkeiten des Schizophrenen zu, die Sprache als Denkmodus zu verwenden. Hier eine Abfolge von Assoziation