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Bion rang sein ganzes Leben damit, seine traumatischen Erfahrungen, die er als junger Panzeroffizier im Ersten Weltkrieg bei Amiens im Norden Frankreichs erlitten hatte, ausdrücken zu können. Seine Metapsychologie trägt unweigerlich die Spuren dieser für ihn lange Zeit nicht mitteilbaren ungemein verstörenden Eindrücke und Bilder (Szykierski, 2010). In seinen Briefen an die Eltern konnte er darüber nicht sprechen, erst viele Jahre später gelang es ihm, sich seiner zweiten Frau Francesca gegenüber zu öffnen. Sie schreibt in ihren Erinnerungen, dass er bei ihrem ersten gemeinsamen Abendessen ungemein bewegend von seinen damaligen Erlebnissen erzählte, als stünde er unter einem Zwang, seine albtraumhaften Erinnerungen mitzuteilen und dafür - vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben - eine einfühlsame Zuhörerin zu finden.
Die schrecklichen Kriegserfahrungen waren allerdings nicht die ersten und einzigen Traumatisierungen Bions. Aufgrund der Beschreibung seiner Eltern liegt die Vermutung nahe, dass er als Kind seine Mutter nicht als genügend gute, aufmerksame und rezeptive Zuhörerin erleben konnte. So finden sich Erinnerungen wie zum Beispiel, »dass diese wie ein frostiger Luftzug beim Öffnen der Haustüre im Winter sein konnte« (zit. nach Brown, 2021, S. 113). Ebenso bildeten sein Weggeschickt-Werden in ein Internat als Achtjähriger im fernen London sowie der Tod seiner ersten Frau für ihn kaum bewältigbare Erfahrungen. Vielleicht verhalf ihm aber sein indisches Kindermädchen, seine Ayah, in den ersten Lebensjahren dennoch zu einer ausreichend emotionalen und sinnlichen Grundlage für seine äußerst sensiblen und intuitiven Erkenntnisse. Diese musste er aber in seinen theoretischen Arbeiten hinter einer nahezu schizoid anmutenden
Schreibweise, die einen Leser eher auf Distanz hält, verbergen. Aber vermutlich fand das, was er sich von seiner Mutter gewünscht hätte, nämlich eine einfühlsame und aufnahmebereite Zuhörerin für seine ängstlichen und verzweifelten Gefühle, in