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Für sein psychoanalytisches Beziehungs- und Behandlungsmodell wählt Stern die Koordinaten »Distanz und Beziehung« (Distance and Relatedness). Er begreift den analytischen Prozess als Emergenz (disembedding) aus einer Beziehung des Eingebettet-Seins (embeddedness): »Auftauchen aus dem Eingebettetsein im Anderen«. »Auftauchen«, Aufwachen, Aufstehen, Ausbetten (disembedding) erscheinen als relativ wortgetreue Übersetzungen, wenn es um das »Entflechten« (disembedding) aus Beziehungsverflechtung geht. Mit dem wohligen Wort »Eingebettet« wird ein Bedeutungshof eröffnet, der näher als die geläufigen Begriffe (unbewusst, Traum, Traumleben, Primärprozess, gleichschwebend, träumerisches Ahnungsvermögen) den psychoanalytischen Prozess an den Schlaf heranrückt. Auch näher als die Begriffe: unbewusstes Beziehungs- und Handlungsmuster, unbewusste Verwicklung, Enactment bzw. deren Gegenstück: Bewusst-Werden, erlebtes Erkennen, Entwicklung aus der Verwicklung heraus, bzw. allmähliches Aufheben des Agierens zugunsten von Denken durch Deutung.
Wenngleich in ungenauerer Terminologie, »Eingebettetsein« scheint Ähnliches zu meinen wie unbewusste Wiederholungsmuster, enactments, involvements, die sich kraftvoll manifestieren, hervorgerufen durch das intrusive Aktionspotenzial, das projektiver Identifizierung inhärent ist. Die so entstehende Verwicklung und Verflechtung zwischen Analytiker und Analysand wurde zum Beispiel von Grotstein prägnant als siamese bonding (Grotstein, 1981, S. 205, zit. nach Rosenfeld, 1987, S. 160) bezeichnet.
Anscheinend geht Stern von einer symmetrischen Wechselseitigkeit zwischen Analytiker und Analysandin aus und nicht von asymmetrischer1 Wechselseitigkeit. Das äußert sich sowohl in einer humanistischen, vor-psychoanalytischen Unterscheidung zwischen animalischem versus humanem
Siehe zu »epistemischer Asymmetrie« Srinivasan (2022, S. 169).
Prinzip als auch in einer anscheinend programmatischen Theoriearmut, die sich in der systematischen Vermeidung psychoana