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Meine erste Reaktion, als ich den zweiten Teil der Arbeit von Donnel Stern gelesen habe, war eine Irritation: Ich war vollkommen ratlos, da ich keinen Zugang zu der Fallvignette fand, das Gefühl hatte, gar nichts zu verstehen. Dazu gesellte sich das Gefühl, ausgeschlossen zu sein: Ich war irritiert bis befremdet darüber, dass das Meiste des Geschilderten außerhalb des mir vertrauten Settings stattgefunden hatte, nämlich per Mail zwischen den Stunden, und reagierte mit einer Art orthodoxen Empörung: Was machen die da? Warum wird der Rahmen nicht gehalten? Wieso steht im Titel der Arbeit »Distanz«, wenn die Distanz zwischen den Sitzungen, die äußere Trennung, nicht ausgehalten werden kann?
Eine weitere Irritation bezog sich auf das »Enactment«. Erst bei der zweiten Lektüre wurde mir klar, dass Stern damit weder die zusätzliche Samstagstunde noch die Mails zwischen den Sitzungen gemeint zu haben schien, sondern allein seine Reaktion auf die Patientin in der Stunde, das »Wie schade«. Dazu später mehr.
Weiterhin hatte ich den Eindruck, eine Fallvignette in einer mir fremden psychoanalytischen Sprache zu lesen. André Green merkte zu diesem Thema an, dass die Fortsetzungen von Freuds unabgeschlossenem Werk zu einer »sternförmigen Gestalt« geworden seien (Green, 2009, S. 113), die Psychoanalyse mache den »Eindruck einer Sprache, in der man sich in vielen Idiomen verständigt« (Green, 2009, S. 114). Er fährt fort: »Doch die Menschen gehen die meiste Zeit davon aus, sich zu verstehen, oder zumindest tun sie, als verstünden sie, um ihr Gesicht zu wahren - vor allem auf regionalen und internationalen Kongressen« (Green, 2009, S. 114).
Ich zumindest verstand die Sprache der Fallgeschichte zunächst nicht und hatte das Gefühl, aus einem Paar ausgeschlossen zu werden: Donnel und Emma schienen zu wissen, worum es geht, sie sind eingebettet in ihre
Beziehung, die Leserin muss draußen bleiben.1 Da eine Fallgeschichte den Versuch darstellt, diese Zweierbeziehung zu öffnen, mit den zuhör