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Freud wandert zwischen den Sprachen und bleibt sich auf verschiedene Weise immer gleich. Jede Sprache sagt dasselbe anders, so ist es ganz anders mit der Erotik im Deutschen und im Französischen bestellt.
Die Erotisierung, die Körperlichkeit geht ganz verschiedene Wege, so brauchte das Deutsche Freuds Sprachanalyse vielleicht eher als das Französische, obgleich heute in beiden psychoanalytischen Bereichen das Sexuelle panisch vermieden bleibt.
Die beiden Sprachen drücken eine ganz andere Verdrängungsgeschichte aus. Im Deutschen herrscht eine Art Erotikverbot, man kann nicht jouir (den Sexualakt auskosten) übersetzen. Die »Fleischessünde«, wobei man auch an Metzgerei mit denkt, ist etwas ganz anderes als péché de la chair. La chair ist das Fleisch des Menschen und der so herrlichen Sünde des Fleisches. Fleisch und chair klingen ganz verschieden, Fleisch kann anekeln, chair nie. Das graziöse faire l'amour wird im Deutschen ungefähr zu »ficken« (fuck), das jedem Charme entbehrt. Faire l'amour, sonderbarerweise schlafen, wo man gerade nicht schläft, ist auch baiser, das auch »küssen« bedeutet.
Heute ist es verboten, Kinder zu prügeln, an sich schon ein negatives Wort, der Prügel ist ein dicker Stock, ein Knüppel. Prügel, eine Tracht Prügel hat dem Laut nach schon etwas Brutales, Repressives, wo das hübsche fessée genau dasselbe bedeutet, aber sozusagen umgekehrt, alles dreht sich um la fesse (die Gesäßbacke), den schönsten Körperteil, den das Wort für die Strafe (la fessée) noch hervorhebt, sodass die Strafe an sich schon etwas Zweideutiges, etwas ein wenig Anrüchiges, jedenfalls Erregendes, Lustiges an sich hat. In einem skabrösen Gebiet ist es genau dasselbe, enculer,
arschficken. Le cul hat etwas Feminines, Charmantes, wo der Arsch irgendwie grob klingt. Derselbe Körperteil kommt unter völlig anderem Licht zur Geltung, sozusagen technisch im Deutschen, erotisch gefärbt im Französischen.
Man kann sich wirklich die Frage stellen ob es doch nicht eine sozialpolitische Or