You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Für Winnicott war das Unbewusste ein wesentlicher Aspekt der psychoanalytischen Theorie und Praxis, er hat aber nie genauer ausgeführt oder definiert, was er unter dem Begriff verstand. Nach seiner Auffassung gehört die Entwicklung des Unbewussten zur Entwicklung des Selbst und ist ein Aspekt dessen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Er verknüpft den Begriff mit dem Psyche-Soma und dem Primat des Körpers beim Erreichen der Individuation und des Getrenntseins, wobei ihn insbesondere die Frage beschäftigt, wie es dazu kommt, dass die körperlichen Prozesse des Aufnehmens und Ausstoßens eine bleibende symbolische Bedeutung für die im Werden begriffene Psyche behalten. Bei der Diskussion neurotischer Patienten2 schließt sich Winnicott den Überlegungen Freuds an, meint aber, man könnte bei Patienten, denen nie eine frühe Integration gelang oder die bei deren Entwicklung gestört wurden, bezweifeln, ob sie überhaupt ein Unbewusstes haben. Eine derartige Annahme bringt Implikationen für die Durchführung mancher Analysen mit sich. In diesem Artikel werden zwei potenziell miteinander verknüpfte Bereiche untersucht: die Kreativität des Unbewussten und seine Verbindungen mit dem nicht kommunizierenden Selbst, diesem Kern des menschlichen Wesens, der schon vorhanden ist, noch bevor es zur Organisation des Bewusstseins und des Unbewussten kommt.