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»Haust wirklich eine Seele in mir?«
Auf diese Frage der Leute antwortet in dem Gedicht Die Weisen und die Leute einer der Weisen:
Eine Seele kann aber auch Leid schaffen und einen in tiefe Verzweiflung stürzen wie in Goethes erfolgreichem Jugendroman Die Leiden des jungen Werther.
»Und du, gute Seele, die du eben den Drang fühlst wie er, schöpfe Trost aus seinem Leiden.«2 Mit diesen Worten hat Goethe diesen Roman, der deutlich autobiografische Züge trägt, seinen Leserinnen und Lesern gewidmet. Viele von ihnen haben sich damals nach der Lektüre des Romans ebenso wie Werther das Leben genommen.
Am 10. Mai schreibt Werther: »Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzer Seele genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine.«3 Es ist die
Goethes Werke, Berliner Ausgabe, Bd. 1, S. 557.
Goethes Werke, Hamburger Ausgabe (HA), Bd. 6, S. 7.
Goethes Werke, Berliner Ausgabe, Bd. 1, S. 557.
Goethes Werke, Hamburger Ausgabe (HA), Bd. 6, S. 7.